Interview zum Einsatz am 03. Dezember 2017 – Dauerschneefall/erster Einsatz

Am Sonntag fing es gegen 7 Uhr morgens von Norden her im Rhein-Main-Gebiet an zu schneien. Aufgrund der minimal voneinander abweichenden Temperaturen um – 0,5 °Celsius  und der unterschiedlichen Höhenlagen blieb der Schnee teilweise erst zwei bis drei Stunden später liegen.

Die Situation im gesamten Räumgebiet ist sehr unterschiedlich.

 

In diesem Winter verstärken Stephanie B. und Brigitte R. das Büro-Team am Einsatztelefon. Nach den Erfahrungen ihres ersten Einsatzes stellt Stephanie B. ihre Fragen an Uwe Schumacher (Geschäftsführer).

Mitarbeiterin BACHMANN + SCHUMACHER

 

Interview

Stephanie B.

Hallo Herr Schumacher. Ich bin seit diesem Jahr neu im Team und hatte am Sonntag, dem 03. Dezember, meinen ersten Einsatz am Kundentelefon. Ich war manchmal froh, dass ich mich mit meinen Fragen an die anderen Kolleginnen wenden konnte. Es war eine interessante Erfahrung, die unterschiedlichen Inhalte dieser Telefonate ins Einsatz-Protokoll einzugeben. Es kamen ja immerhin ca. 160 Kundenreaktionen. Ist das nicht viel?

Uwe Schumacher:

Natürlich hört sich das erst einmal viel an. Ich war neugierig und habe natürlich auch in das Protokoll hineingeschaut. Es stimmt. Wir hatten zusammen (von Sonntag bis Dienstag) 127 einsatzbezogene Anrufe und 31 E-Mails. Doch muss man diese Rückmeldungen und Beschwerden mal ins Verhältnis setzen zu den knapp 4.000 Liegenschaften, die wir im Winterdienst betreuen. Dann stellt man fest, die Anrufer und Schreiber machen nicht einmal 4 % unserer gesamten Kunden aus. Der Einsatz ist also recht gut verlaufen.

Stephanie B.

Das glaube ich auch. Außerdem waren etliche Anrufe oder Mails keine Beschwerden, die Kunden wollten nur wissen, ob wir schon unterwegs sind und dergleichen. Das sind ja keine Reklamationen.

Uwe Schumacher

Für die Beurteilung des Einsatzes muss man noch zwei weitere Faktoren berücksichtigen, die wir gleichfalls gut gemeistert haben. Wir hatten Dauerschneefall und es war unser erster Einsatz der Saison mit vielen neuen Mitarbeitern.

Stephanie B.

Wieso ist der erste Einsatz besonders? Die Mitarbeiter sind doch gut vorbereitet.

Uwe Schumacher

Es ist richtig, unsere Vorbereitung ist sehr intensiv. Wir weisen die Mitarbeiter in die Arbeitsmaschinen/Traktoren ein und üben mit ihnen. Dann fahren sie mit ihrem zuständigen Gebietsleiter ihre Tour ab und müssen beweisen, dass sie sich bei den Räumflächen genauestens auskennen. Natürlich haben sich alle Mitarbeiter ihre Tour auch nachts einmal anschauen müssen.  Aber den realen Einsatz können wir nicht üben. Der erste Einsatz ist sozusagen unsere Generalprobe. Es geht nicht anders.

Stephanie B.

Und was ist jetzt so schwierig?

Uwe Schumacher

Man muss sich die Situation bei einem Einsatz nur mal vorstellen: Es schneit, alles ist weiß, Hausnummern und Grundstücksgrenzen sind vielleicht nicht gut zu erkennen, es ist glatt auf den Straßen, auf dem Gehweg – das können wir nicht üben. Die Mitarbeiter brauchen die beiden ersten Einsätze, vor allem wenn wir nachts starten, um sich unter diesen Umständen zurechtzufinden. Das kostet am Anfang natürlich etwas Zeit.

Stephanie B.

  1. Und welche Schwierigkeiten gibt es bei einem Dauerschneefall?

Uwe Schumacher

Bei Dauerschneefall ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt des Einsatzes zu finden und festzulegen.

Gegen 11 Uhr fingen wir an die Mitarbeiter zu alarmieren. Spätestens 60 Minuten später sollen sie bei der ersten Liegenschaft ihrer Tour die Arbeit aufnehmen. Anhand des GPS-Protokolls können wir das auch überprüfen.

Bei Dauerschneefall dürfen wir nicht zu früh mit dem Einsatz beginnen, denn sonst macht die  Räumung auf den ersten Liegenschaften einer Tour keinen Sinn – zu schnell schneit alles wieder zu. Am Sonntag lautete der Arbeitsauftrag an die Mitarbeiter: Räumen und Streuen.

Stephanie B.

Wir haben also Salz eingesetzt um das Räumergebnis möglichst lange zu halten?

Uwe Schumacher

Ja, auf das Streuen konnten wir nicht verzichten. Besonders bei Dauerschneefall dient es dazu, dass Räumergebnis eine gewisse Zeit lang zu halten. Bei Temperaturen um – 0,5 °Celsius, die wir am Sonntag hatten, funktioniert das.  Auch wenn es nachschneit setzt sich das Salz noch eine ganze Weile durch und schmilzt allmählich die nachgeschneite Schneedecke wieder weg. Das geht natürlich nicht ewig so. Man muss die Entwicklung genau beobachten: Ob und wann gehen die Temperaturen in den Plusbereich? Zu welcher Tageszeit hört es auf zu schneien? Sollte ein zweiter Einsatz gefahren werden und wann ist hierfür der richtige Zeitpunkt?

Stephanie B.

Manche Kunden konnten nicht nachvollziehen, warum wir erst gegen Mittag rausgerückt sind.

Uwe Schumacher

Der Zeitpunkt für den Beginn eines Einsatzes ist von verschiedenen Faktoren anhängig. Auch wenn es schon seit Stunden schneit, rücken wir erst raus, wenn der Schnee liegen bleibt. Wenn es zum Beispiel in der Nacht schneit und wir starten mit unserer Arbeit schon um 3 Uhr morgens, dann schaut der Kunde morgens aus dem Fenster und freut sich, dass der Winterdienst schon da war.

Stephanie B.

Verstehe. Ist die Situation wie am Sonntag, schaut der Kunde morgens aus dem Fenster und sieht noch kein Ergebnis. Das macht wohl den Unterschied.

Uwe Schumacher

Ja, die Kriterien für einen Einsatz sind immer gleich. Aber der Zeitpunkt, wann der Schneefall einsetzt, bestimmt unsere Planung und beeinflusst indirekt die Zufriedenheit unserer Kunden.

Das spannende am Winterdienst ist, dass kein Einsatz dem anderen gleicht.

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