Weiße Überraschung zum Jahreswechsel

Fast halbstündliche Wetterwarnungen gehen über die Sender der Rundfunkanstalten. Sie mahnen Autofahrer und Passanten zur Vorsicht. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet geht sogenannter Industrieschnee nieder. Mancherorts liegt eine geschlossene Schneedecke von mehreren Zentimetern wie in Frankfurt-Höchst, Fechenheim, Sossenheim. In anderen Stadtteilen sind punktuell einige Straßenzüge schneeweiß oder nur eingepudert, während es hinter der nächsten Gartenmauer so aussieht wie zuvor.

 

Schon Anfang Dezember 2016 hatten wir während Hoch Uwe einen Vorgeschmack auf dieses Wetterphänomen bekommen: Schneefall trotz trockenem Hochdruckwetter.

Kraftwerke und Industrieanlagen stoßen viel Wasserdampf aus, der sich bei entsprechender Wetterlage (am Boden kalt, in der Höhe warm) in feine Eiskristalle verwandelt. Siehe auch Wikipedia Industrieschnee. Zwar kennt man die Standorte der jeweiligen Industrieunternehmen, aber die gefrorenen Emissionen gehen nicht nur dort nieder. Abhängig von der bodennahen Luftbewegung ziehen sie über teilweise große Gebiete hinweg um irgendwo, unterschiedlich stark ausgeprägt zu Boden zu fallen.

 

Die Einsatzplanung bei Industrieschnee ist für Winterdienstunternehmen besonders schwierig und kostspielig. Da die Niederschläge nicht auf den Radaren der Wetterstationen erscheinen, ist der örtlich begrenzte Schneefall nur auszumachen, wenn jede Liegenschaft angefahren und kontrolliert wird. Mitarbeiter werden für einen Einsatz bezahlt, der unter Umständen nur eine Kontrollfahrt ist.

Industrieschnee in Frankfurt

Industrieschnee in Frankfurt

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